Aaron's Gesundheit - Die Gelenke

Hüfte


Hüftgelenksdysplasie (HD): B2 / A2               

HD-Gutachten Tierklinik Hofheim, Dr.Tassani-Prell 22.06.2006
 


 Hüftqualität (HQ): 0,95
HQ-Auswertung: TG Verlag Juli 2006
 



Aaron's Hüfte
19.04.2005


Erläuterung Hüftgelenksdysplasie

(Quelle: Artikel Hüftdysplasie (Hund). In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie)


Die Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenks. Betroffen sind sämtliche Hunderassen, wobei großwüchsige Rassen das Krankheitsbild besonders häufig ausbilden.

Die HD ist zu großen Teilen genetisch bedingt. Da falsche Ernährung und Haltung die Entstehung oder das Fortschreiten der Krankheit begünstigen können, spricht man von einem multifaktoriellen (von vielen Faktoren abhängigen) Geschehen.

Die Ausprägung klinischer Symptome einer HD variiert in Abhängigkeit vom Alter bzw. Stadium der Krankheit. Bei relativ jungen Tieren, im Alter von einem halben bis einem Jahr, kommt es zur Schmerzhaftigkeit, weil der Oberschenkelkopf in der Hüftgelenkspfanne (Acetabulum) nur ungenügenden Halt findet und durch seine abnorme Beweglichkeit schmerzregistrierende Nervenfasern der Knochenhaut des Pfannenrandes gereizt werden. Ältere Tiere bilden Schmerzhaftigkeiten eher infolge fortschreitender degenerativer Veränderungen (Arthrosen) des Hüftgelenkes aus.

Eine beginnende HD äußert sich in zunehmenden Schmerzen bei Spaziergängen, der Hund will nicht mehr weit laufen, setzt sich öfter hin, schreit beim Spielen ab und zu auf und zeigt einen instabilen Gang. Beim Vorführen der Hintergliedmaße wird das Becken in Richtung der vorgeführten Gliedmaße seitwärts bewegt (LSÜ-twist). Bei Bewegungen des Gelenkes kann ein hörbares Knacken, Klicken oder Knirschen des Gelenks auftreten. Bei Feststellung eines der Symptome ist der sofortige Gang zum Tierarzt ratsam.
 

Ein wesentliches Auswertungskriterium ist der Norberg-Winkel. Er ist als der Winkel definiert, der zwischen dem Zentrum des Oberschenkelkopfes und dem vorderen Pfannenrand abgetragen wird (siehe Abbildung). Bei einem HD-freien Tier sollte er mehr als 105° betragen. Weitere Kriterien zur Beurteilung sind die Kongruenz von Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne, die Weite des Gelenkspaltes, die Pfannenkontur, die Kontur des Oberschenkelkopfes sowie das Vorhandensein von Hinweisen auf arthrotische Prozesse wie walzenförmige Verdickungen des Oberschenkelhalses, Randwülste an der Gelenkpfanne, unter dem Knorpel befindliche Verdichtungen der Knochensubstanz im Pfannenbereich und die Einlagerung von Knochenmaterial am Ansatz der Gelenkkapsel (Morgan-Linie).
 



 


Man kann HD nicht heilen, sondern nur das Auftreten klinischer Symptome und das Fortschreiten der Krankheit hinauszögern oder die Schmerzen reduzieren. Je häufiger der Hund bestimmte Bewegungsabläufe ausführt, desto schneller verschleißt die Hüfte. Zu diesen Bewegungen gehören vor allem jene, die die Gelenke besonders stauchen, wie Treppenlaufen, Springen auf harten Untergründen und ähnliche. Man kann dem Hund mit frühzeitigem Erkennen und richtigem Umgang mit der Krankheit ein normales Leben ermöglichen.

Eine Verhinderung des Fortschreitens kann durch richtige Ernährung und nicht zu viel Sport - vor allem durch Wenigbelastung und das Vermeiden von Stauchen und Überdehnen des Hüftgelenkes- erreicht werden. Eine Physiotherapie kann durch den gezielten Aufbau der Becken- und Oberschenkelmuskulatur das Hüftgelenk entlasten. Die Zugabe von knorpelaufbauenden Zusatzfuttermitteln ist ebenfalls möglich.

Zur Vermeidung der Weitervererbung der Fehlbildung ist bei den meisten Hundezuchtverbänden eine Bescheinung der HD-Freiheit zur Zuchtzulassung erforderlich. Aber auch die Paarung aus HD-freien Elterntieren bietet keine Garantie, dass die Nachkommen HD-frei sind.
 

Auswertungs-Schablone für Norberg-Winkel

 
HD-Schweregrade

A1
A2
 

HD-Frei In jeder Hinsicht unauffällige Gelenke, Norberg-Winkel 105° oder mehr. Manchmal noch A1 wenn der Pfannenrand den Oberschenkelknochen noch weiter umgreift.
B1
B2
HD-Verdacht/
Übergangsform
Schenkelkopf oder Pfannendach sind leicht ungleichmäßig und der Norberg-Winkel beträgt 105°
(oder mehr), oder Norberg-Winkel kleiner als 105° aber gleichförmiger Schenkelkopf und Pfannendach.
C1
C2
Leichte HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind ungleichmäßig, Norberg-Winkel 100° oder kleiner. Eventuell leichte arthrotische Veränderungen.
D1
D2
Mittlere HD Oberschenkelkopf und Gelenkpfanne sind deutlich ungleichmäßig mit Teilverrenkungen. Norberg-Winkel größer 90°. Es kommt zu arthrotischen Veränderungen und/oder Veränderungen des Pfannenrandes.
E Schwere HD Auffällige Veränderungen an den Hüftgelenken (bsp. Teilverrenkungen), Norberg-Winkel unter 90°, der Pfannenrand ist deutlich abgeflacht. Es kommt zu versch. arthrotischen Veränderungen.
 

   Erläuterung Hüftqualität (HQ):

 

   Der HQ Wert ist bestimmt durch die Form der Gelenke und nicht durch sekundäre Schäden. Eine Auswertung durch den
   Gutachter kann sie daher nicht ersetzen. HQ ist eine relative Zahl: 1,0 entspricht den bestgemessenen Hüften (wobei es in
   Ausnahmefällen auch über 1,0 gibt), 0,80 entspräche z.B. 80%iger Hüftqualität.

   Siehe hierzu auch: "
HQ, ein Maß für Hüft-Qualität" (http://www.hundezucht-aktuell.de/publikation/hqcbp.htm)

 


Ellbogen
 

Ellbogendysplasie (ED): links Grad 2 (Verdacht auf FCP), rechts normal
ED-Gutachten Tierklinik Hofheim, Dr.Tassani-Prell 22.06.2006
 

links:

 

Erläuterung
(Quelle: Artikel Ellbogendysplasie. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie)

Die Ellenbogendysplasie (ED) ist ein chronisch verlaufender Krankheitskomplex des Ellbogengelenks schnellwüchsiger Hunderassen. Die ED stellt eine vererbte Entwicklungsstörung des wachsenden Skeletts dar. Hohes Körpermassewachstum und Fütterungsfehler sind weitere begünstigende (prädisponierende) Faktoren. Die ED beginnt in der späten Wachstumsphase bei vier bis acht Monate alten Jungtieren mit einer schmerzhaften Veränderung des Gelenks und der gelenkbildenden Knochenteile (Osteoarthrose) mit Lahmheit. Der Bewegungsumfang des Ellbogengelenks ist eingeschränkt. Frühzeichen sind Steifigkeit am Morgen oder nach Ruhepausen. Die Krankheit schreitet lebenslang fort und ist nicht heilbar, eine weitgehende Schmerzfreiheit kann aber in vielen Fällen erreicht werden.

Die erkrankten Tiere werden durch Lahmheiten im Bereich der Vordergliedmaße auffällig. Es besteht hierbei eine Mischform aus Hangbein- und Stützbeinlahmheit, häufig kommt es zu einer Wegführung des Unterarmes und der Pfote von der normalen Achse der Gliedmaße (Abduktion) sowie einem Heranziehen des Ellenbogens an den Körper (Adduktion), wobei die Gliedmaße eingedreht wird. Bei der klinischen Untersuchung kann häufig eine vermehrte Füllung der Gelenkkapsel festgestellt werden, das Gelenk ist meist schmerzhaft und teilweise können Knirschgeräusche (Krepitationen) ausgelöst werden

rechts:

 

Fragmentierung des Processus coronoideus medialis ulnae (FCP)

Als Ursache für die Ablösung des Processus coronoideus medialis (engl. fragmented coronoid process, FCP)
werden verschiedene Mechanismen diskutiert:

  • Wachstumsverzögerung der Speiche mit Verkürzung derselben (short-radius-syndrome), die zu einer verstärkten Belastung der Elle führt. Am Processus coronoideus medialis kommt es dadurch zur Knochenverdichtung (Sklerosierung), Deformation und schließlich zur Ablösung.

  • Verfrühter Epiphysenfugenschluss des Radiuskopfes.

  • Gestörte Feindurchblutung (Mikrovaskularisation) durch eine mechanisch induzierte Sklerose des Knochens im Bereich des Kronfortsatzes.

Die Erkrankung tritt frühestens im Alter von fünf bis sieben Monaten auf. Unter Umständen wird sie aber vom Besitzer nicht sofort bemerkt, so dass auch Tiere erst im zweiten Lebensjahr dem Tierarzt vorgestellt werden. Klinisch äußert sich eine FCP als Lahmheit, die vor allem nach längerer Ruhe oder stärkerer Belastung auftritt. Der Ellenbogen wird zur Seite ausgestellt

 

Rechtes Ellbogengelenk eines Hundes mit FCP und Osteoarthrose. * gelber Pfeil: Stufe zwischen den gelenkbildenden Anteilen von Elle und Speiche* roter Pfeil: fehlende vordere Kontur des Processus coronoideus (typisch für einen FCP)* weißer Pfeil: Sklerosierung der Ulna (typisch für eine Osteoarthrose).


Rechtes Ellbogengelenk eines Hundes mit FCP und Osteoarthrose.

* gelber Pfeil: Stufe zwischen den gelenkbildenden
Anteilen von Elle und Speiche
* roter Pfeil: fehlende vordere Kontur des
Processus coronoideus

(typisch für einen FCP)
* weißer Pfeil: Sklerosierung der Ulna
(typisch für eine Osteoarthrose)
.


Typische ED-Manifestationen 1 Stufenbildung zwischen Elle (Ulna) und Speiche (Radius) 2 Isolierter Processus anconaeus 3 Fragmentierter Processus coronoideus medialis 4 OCD des medialen Condylus


Typische ED-Manifestationen

1 Stufenbildung zwischen Elle (Ulna) und Speiche (Radius)
2 Isolierter Processus anconaeus
3 Fragmentierter oder deformierter Processus coronoideus medialis
4 OCD des medialen Condylus
 

Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich eine Schmerzhaftigkeit bei starker Streckung oder Beugung des Gelenks. Im Röntgenbild sind vor allem die Verschattungen im Bereich der Elle, der Verlust der Knochenbälkchenzeichnung, eine undeutliche vordere Kontur im latero-lateralen Strahlengang (seitliche Projektion) und gegebenenfalls die Frakturlinie des Fortsatzes sichtbar. Ein vollständiger Abriss des Processus coronoideus ist jedoch selten. Aufgrund der mangelnden Kongruenz können sich eine Stufe zwischen Speiche und Elle und ein ungleichmäßig breiter Gelenkspalt darstellen. Diese Inkongruenz lässt sich mittels eines Quotienten darstellen. Hierzu wird die Länge der Incisura trochlearis sowie die Entfernung zwischen der Spitze des Processus anconaeus und der Spitze des Processus coronoideus lateralis ulnae gemessen. Liegt der Quotient beider Werte über 1,15, gilt das Ellenbogengelenk als inkongruent Die mit dem FCP verbundene Arthrose zeigt sich bei schwereren Formen in Lippenbildungen der angrenzenden Knochenkonturen. Knochenanbauten treten vor allem am innen liegenden (medialen) Rand der Elle und des Oberarmknochens auf. Eine Arthroskopie kann die Diagnose FCP untermauern.
 

 


 

Gradeinteilung der ED

Grad 0 ED-frei keine Arthrose, normales Gelenk
Grad 1 leichte ED weniger als 2 mm hohe Zubildungen irgendwo am Gelenk (leichte Arthrose), und/oder Knochensklerose der Incisura trochlearis und/oder deutliche Stufe zwischen Radius und Ulna
Grad 2 mittlere ED 2 bis 5 mm hohe Zubildungen irgendwo am Gelenk (mittlere Arthrose)
Grad 3 schwere ED mehr als 5 mm hohe Zubildungen (schwere Arthrose), eindeutiger Nachweis einer Primärläsion wie LPA, FPCM oder einer OCD

In Deutschland führt der Nachweis einer Primärläsion mindestens zu ED Grad 2.
Gemäß IEWG wird ausschließlich der Schweregrad der Arthrose als Grad-Kriterium verwendet, der Nachweis einer Primärläsion wird gesondert auf dem Zertifikat vermerkt.
 

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