Seminar "Therapeutisches Schwimmen" am 16.09.2006
in der Praxis für Hundephysiotherapie "Gangwerk" in Düsseldorf

Am Samstag, den 16.09,2006 besuchten Hanni und ich ein Seminar zum Thema "Therapeutisches Schwimmen" in Düsseldorf.

Gehalten wurde das Seminar von den Hundephysiotherapeutinnen Susanne Siebertz und Ilona von Treskow in den Räumlichkeiten ihrer Physiotherapiepraxis "Gangwerk" in Düsseldorf.

Zuerst hörten wir einen Vortrag über das Therapieschwimmen und dessen Einsatzmöglichkeiten und dann ging es zum praktischen Teile - die Hunde durften selbst einmal testen, wie so eine "Schwimmstunde" funktioniert.

Hier ein Überblick über die theoretischen Inhalte des Vortrags:

Therapieschwimmen für Hunde hat seine Ursprünge in England, Holland und Belgien. In Deutschland wird das therapeutische Schwimmen in Kombination mit herkömmlicher Physiotherapie in den letzten Jahren vermehrt eingesetzt.

Es gibt grundsätzlich 3 Säulen, um einen kranken Hund zu therapieren:
1. herkömmliche Physiotherapie
2. therapeutisches Schwimmen
3. Kombination aus Physio und Schwimmen

Die effizienteste Therapie ist eine Kombination aus Schwimmen und begleitender Physio, die vom Patientenbesitzer auch in Eigenleistung unter Anleitung erbracht werden kann.



 

Ziele des therapeutischen Schwimmens sind:
- Muskelaufbau
- Gangbildkorrektur
- Verbesserung neurologischer Probleme
- Schmerzlinderung

Die "Schwerelosigkeit" im Wasser ist besonders angenehm für Patienten mit arthrotischen Veränderungen der Gelenke und für Senioren.

Einsatzmöglichkeiten des therapeutischen Schwimmens sind:
- zur Prävention bei Dysplasien aller Art, Arthrosen, Spondylosen
- bei chronischen Erkrankungen
- in der Rehabilitation bei akuten Fällen wie Kreuzbandrissen,
  Bandscheibenvorfällen, Unfällen,...

Je nach Diagnose wird hier eine weitere physiotherapeutische Betreuung angeschlossen.

Natürlich gibt es auch hier wie bei jeder medizinischen Therapie Kontraindikationen:
- Herz-Kreislaufschwächen
- Verletzungen mit offenen Wunden
- frische OP-Wunden
- Fieber
- Epilepsie
- Hauterkrankungen

Es ist jedoch möglich, leichte Formen des Schwimmens durchzuführen, je nach Verfassung des Hundes. Dies muss individuell entschieden werden nach einer gründlichen Allgemeinuntersuchung.

Das therapeutische Schwimmen wird in Anwesenheit des Besitzers durchgeführt. Die Therapeutin geht mit dem Hund, der eine Schwimmweste anbekommt, zusammen ins Becken. Die Schwimmweste sorgt für einen gleichmäßigen Auftrieb und hilft der Therapeutin, den Hund besser halten zu können.


 

Das Becken ist erhöht gebaut, der Hund geht über eine Treppe zum Einstieg. Der Besitzer bleibt am Rand stehen und hat Augenkontakt auf gleicher Höhe mit dem schwimmenden Hund.

Einige Hunde schwimmen sofort sehr gerne (wie unsere Hanni), andere müssen erst "überredet" werden, in dem mit Bällchen oder anderem Spielzeug gelockt wird. Es gibt aber auch Hunde, die auch nach mehreren Sitzungen noch immer ungern ins Wasser gehen und froh sind, wenn es vorbei ist.

Zu Anfang wird 5x 1 Minute geschwommen, dazwischen gibt es kurze Pausen, in denen der Hund aus dem Wasser genommen wird. Entweder nimmt die Therapeutin den Patienten auf den Arm oder er macht auf der Einstiegstreppe Pause.

Die Frequenz der Schwimmeinheiten wird dann individuell gesteigert, so dass ein vom Kreislauf gut trainierter Hund durchaus einmal 20 Minuten am Stück schwimmen kann.

Die meisten Hunde haben sich schnell an die Therapie im Wasser gewöhnt und nach 2-3 Sitzungen gehen sie freiwillig gerne ins Wasser und nutzen die Spielmöglichkeiten mit Bällen u.ä.

Hier macht es dann auch dem Besitzer sichtlich Spaß und die Hunde sind nach der Behandlung oft wie ausgewechselt und tollen herum, was sie sonst nicht machen oder können.

Für Hanni war das natürlich der größte Spaß, es gibt ja nichts besseres als Wasser und Bällchen!

Die Therapeutin hatte auch ihre Freude, sie musste nämlich außer Ball werfen nicht viel machen :-)


 

 
 

Sollte es doch einmal so sein, dass ein Hund nicht geeignet ist, das therapeutische Schwimmen zu machen (aufgrund von o.g. Kontraindikationen oder zuviel Stress und Angst bei den Sitzungen), gibt es als alternative Therapiemöglichkeit ein Unterwasser-Laufband.

Hier ist jedoch zu beachten, dass
- eine größere Belastung der Gelenke stattfindet
- die Einsatzmöglichkeit bei Lähmungen gleich Null ist
- auf dem Laufband meist 3-beinig gearbeitet wird (der
  Hund schont das kranke Bein, da er auch hier noch
  Gewicht auf diesem hat)
- die Gewöhnung und Motivation ist schwieriger als in
  einem richtigen Schwimmbecken

Abschließend kann ich sagen, dass das Seminar sehr interessant war und auch Hanni Spaß bei der Sache hatte.

Ich kann nur jedem Hundebesitzer, dessen Hund Probleme in den genannten Bereichen hat, einmal zu einer Physiotherapiepraxis zu gehen, die therapeutischen Schwimmen anbietet und sich beraten zu lassen.

 

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