Prostatahyperplasie
(Vergrößerung der Vorsteherdrüse)

 


Bei fast allen unkastrierten Rüden kommt es im Laufe des Lebens zu einer gutartigen Vergrößerung der Prostata (benigne Prostatahyperplasie).
Erste Veränderungen sind bereits bei 3-jährigen Rüden nachweisbar!
Anders als beim Mann stehen Miktionsstörungen (Entleerungsstörungender Harnblase) beim Rüden nicht im Vordergrund. Das liegt wohl zum einen an dem ausgeprägten Markierverhalten des Hundes, zum anderen aber auch daran, dass dem Harnabsatz des Rüden seitens des Besitzers keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird.
Auffällig wird es für denTierhalter in der Regel erst, wenn die Erkrankung so weit fortgeschritten ist, dass ihnen ein verändertes Kotabsatzverhalten des Rüden auffällt (Defäkationsbeschwerden).
Dabei scheint es oft so, als ob  der Rüde den richtigen Platz zur Verrichtung des großen Geschäfts noch nicht gefunden hat, weil er sich häufig hinhockt, dann ohne Kot abgesetzt zu haben weiterläuft, sich erneut hinhockt, wieder nichts passiert, bis es nach diversen Anläufen endlich doch klappt.
 

 
 
 1: Mastdarm (Rectum)
 2: linker Harnleiter
 3: Harnblase
 4: Prostata
 5: Harnröhre
 6: Penis
 7: Eichel
 8: Vorhaut
 9: linker Hoden
10: Hodensack
11: linker Samenleiter
12: Beckenboden
13: Hodenblutgefäß



Bildquelle: Bayer HealthCare
 

 


Ursächlich für dieses Geschehen ist eine vergrößerte Prostata, die aufgrund ihrer Größe gegen den Enddarm drückt und diesen einengt. Beim Pressen auf Kot wird die Prostata ins Becken gedrückt und somit ihr Druck auf den Enddarm noch vergrößert. Die Entleerung des Darmes ist deshalb aufgrund nunmehr veränderter anatomischer Verhältnisse für den Rüden erschwert und/oder nur unter Schmerzen möglich.
Da mit der Vergrößerung der Prostata auch eine Veränderung der Durchblutung dieses Organs einhergeht, kann es zu Blutungen aus der Prostata heraus kommen. Der Rüde verliert dann Blutstropfen aus dem Penis, ohne Zusammenhang mit dem Harnabsatz; insbesondere beim Aufstehen vom Lager oder bei Erregung.
Spätestens jetzt ist es zwingend notwendig den Hund von einem Tierarzt untersuchen zu lassen.

 

 
 


Zumindest im jährlichen Abstand, bei Rüden, die älter als 5 Jahre sind halbjährlich, sollten Sie man sein Tier in einer Tierarztpraxis zur Untersuchung der Prostata vorstellen.
Da die Prostata in unmittelbarer Nähe zum Enddarm liegt, kann mit einer einfachen Tastuntersuchung im Enddarm Größe und Beschaffenheit der Prostata beurteilt werden.
Wenn der Tierarzt bei dieser für den Rüden möglicherweise un- angenehmen, aber nicht schmerzhaften Untersuchung Veränderungen an der Prostata ertastet hat, kann mittels Röntgen- und/oder Ultraschalluntersuchung eine genauere Diagnosestellung erfolgen.
Während im Röntgen nur der äußere Umriss des Organs sichtbar ist, kann im Ultraschallbild auch die innere Struktur begutachtet
( ggf. Darstellung von Prostatazysten) und eine genaue Vermessung der Prostata durchgeführt werden.
Entsprechend der Diagnose kann der Tierarzt dann eine gezielte Therapie der Prostatavergrößerung einleiten und damit auch möglichen Folgeerkrankungen wie z.B. der Vergrößerung von Prostatazysten oder der Entstehung einer Perinealhernie (Dammbruch) vorbeugen.

(Quelle:http://www.vet-doktor.de/ARCHIV/Gesundheit/Prostata/prostata.html)
 

 

Der Ultraschall gibt Auskunft über die innere Struktur der vergrößerten Prostata

 
 


Bei einer starken Vergrößerung der Prostata ist die Kastration, also das operative Entfernen der Hoden, Mittel der Wahl.
Nach der Kastration bildet sich die Prostata innerhalb von 2-3 Monaten auf rund ein viertel ihrer ursprünglichen Größe zurück.

Im Vorfeld einer Kastration oder wenn eine Kastration nicht möglich erscheint, kann der Rüde hormonell behandelt werden.
Hormonspritzen führen auch zu einer zeitweisen Verkleinerung der Prostata.

Eine dauerhafte Lösung des Problems wird hiermit jedoch nicht erreicht.
 

 
 

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